Die Vision der Gemeinde

„WORT DES LEBENS“ Neubrandenburg e.V.  Evangelische Freikirche

vision Wir wollen das Evangelium von JESUS Christus auf jede mögliche Art und Weise verkünden und Menschen mit dieser Guten Nachricht der Bibel erreichen.

Wir wollen ein Netz von Zellgruppen in ganz Neubrandenburg, über das ganze Gebiet von Mecklenburg Vorpommern und darüber hinaus aufbauen, wo man sich um Menschen an allen Orten mit der  Liebe Christi kümmert, sie mit dem Evangelium erreicht und zu Jüngern Christi macht. Wir wollen jedes Mitglied zu einem Jünger Jesu rüsten und  Missionsteams aussenden, um im In- und Ausland neue Zellgemeinden zu gründen und aufzubauen. Wir wollen christliche Werte und Moral in der Gesellschaft etablieren.

Einheit der Christen

Das Thema Einheit liegt mir sehr stark am Herzen. Ich habe einiges darüber gelesen, dieses Thema hat mich über die vergangenen Wochen viel bewegt. Viele Gedanken, nur einen Bruchteil darüber sagen.

1.)    Wir Christen brauchen einander. Im Großen wie im Kleinen sind wir ergänzungsbedürftig. Ganz persönlich. Innerhalb der Gemeinden, keine Gemeinde kann alle Aspekte gleich stark leben, die Jesus uns gelehrt und aufgetragen hat. -> Gemeinden brauchen einander.  
Und heute liegen viele Herausforderungen vor uns. Angriffe auf die Grundlage des christlichen Glaubens (Glaubensbasis der Allianz, u.a. Inspiration der Bibel, Jesu als wahrhaftiger Gottessohn, stellvertretender Tod und Auferstehung, Sünde und Vergebung). Anfeindungen gegen evangelikale Christen werden stärker, lauter, heftiger. Wir brauchen einander, um uns gegenseitig zu stärken und zu unterstützen.

2.)    Jesus wollte Einheit und hat ganz klar darum gebetet in Johannes 17. Und Paulus fordert uns in Eph 4:3 auf, die Einheit des Geistes zu wahren.

Einheit in diesem Sinne ist nicht etwas äußerlich verordnetes, sondern eine lebendige Realität, die von Gott selbst ausgeht und seinen Ursprung in der Dreieinigkeit hat, eine tiefe Einheit der drei Personen Gottes. Einheit kommt nicht aus uns, sondern ist ein Werk Gottes, zu dem wir jedoch unseren Teil beitragen sollen.

Joh 17:20-23

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. 22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

V21                Einheit, wie Jesus sie will: Wie er und Gott eins sind, sollen auch wir eins sein. Wie? Jesus, sagt, wir Menschen sollen Ihm und Gott eins sein. Wir sollen In Jesus sein, die Einheit kommt aus ihm, wenn wir in ihm sind.

V22               Herrlichkeit Gottes: Uns gegeben zu einem Zweck: Damit wir eins sind wie Jesus und der Vater eins sind. Ursprung in Gott, entspricht seinem Wesen.

Echtes Sehnen nach Einheit ist nicht die Sehnsucht, dass alle so werden wie ich, sondern kommt aus dem Herzen Gottes. Das eigentliche Wesen der Einheit ist Liebe Gottes. Und Gottes Liebe ist immer selbstlos, also nicht selbstsüchtig oder auf sich bezogen.

Nicht alle können Augen oder Ohr oder Fuß sein, jeder ist ein bestimmtes Organ. (1.Kor 12:12-21). Einzelne Organe können allein ziemlich wenig erreichen, erst zusammengenommen ergibt sich ein leistungsfähiger Leib. Das Zusammenwirken von Auge, Fuß und Ohr und Muskeln ermöglicht Bewegungen. Und das alles unter einem Haupt, Jesus.
Interessant ist dabei: Wir legen heute Wert auf Individualität. Aber: Wodurch wird ein Körperteil funktionstüchtig? Dadurch, dass es Teil des Leibes ist.   Echte, funktionierende Individualität hat als Voraussetzung, dass man Teil des Leibes ist.

Zum Beispiel das Uhrwerk im Turm der Hamburger St. Michaelis-Kirche (Michel): Zahnräder verschiedener Größen bilden gemeinsam das Uhrwerk. Drehen sich in unterschiedliche Richtungen, groß / klein, dick / dünn, viele / wenig Zähne. Sind in bestimmter Weise angeordnet, erst dadurch erreichen sie was. Die Zahnräder alle in einer Kiste würden nichts zustande bringen.
Sie alle haben ein Ziel: Die Zeiger am Turm des Michels zu bewegen. Sie sind geordnet, verrichten praktische Aufgaben, weil sie ein gemeinsames Ziel haben.

 --> Einheit braucht konkrete Ausdrucksformen, will im Alltag gelebt und buchstabiert werden, erts dann ist sie echte Einheit. (In Ehe: Einheit / Gemeinschaft braucht gemeinsame Zeit und gemeinsames Handeln.)

Mit welcher Haltung begegnen wir den anderen?

Beispiel: Die Rose als Bild für Dich. Herrlich und schön, Duftet. Gilt auch für den anderen. Jeder ist herrlich und schön. Jeder Rose ist anders, aber jede ist schön. Aber jede Rose hat auch Stacheln. Genau wie Du. Mit welcher Haltung begegnen wir der anderen, schönen Rose? Worauf schauen wir? An jedem gibt es herrliche Dinge zu erkennen, aber auch Stacheln. Es gibt die Gefahr, dass wir auf Stacheln schauen und darüber die Schönheit vergessen.

An dieser Stelle möchte ich einen katholische Theologen zitieren. Raniero Cantalamessa, 1934 geboren und seit 1980 offizieller Prediger des päpstlichen Hauses. (Er schreibt in: Maria. Ein Spiegel für die Kirche.): „Licht ist auch dann schön, wenn es in seine unterschiedlichen Farben aufgeteilt ist, sofern die Farben zusammenbleiben wie in einem Spektrum oder einem Regenbogen. Das Licht der Gnade kann in seiner Fülle auch dann scheinen, wenn jede christliche Kirche nur einen spezifischen Aspekt zum Ausdruck bringt, solange diese Kirche nicht die anderen Aspekte verachtet oder verwirft, die den anderen christlichen Kirchen wert und teuer sind.“

Jede Bewegung, jede Denomination hat bestimmte Schwerpunkte und ist entstanden, weil Gott bestimmte Dinge offenbart hat. Weil der Heilige Geist bestimmte Dinge betont hat in bestimmten Phase der Kirchengeschichte.
Problem: Es gab immer Menschen, die in das Neue gingen, und andere, die nicht mitgegangen sind. In Neues gingen u.a. Luther. Wesley. Charles Finney, DL Moody, George Mueller, Billy Graham, Oral Roberts, John Wimber. Jeder hatte mit Widerständen zu kämpfen. In jeder Bewegung gab es viel herrliche Frucht – und auch manch nicht so gute Frucht. Die, die dem Neuen Widerstand geleistet haben, schauten auf die nicht so gute Frucht. Worauf schauen wir bei den anderen Gemeinden?

Man braucht Demut und es ist ein Zeichen von Reife, wenn man das Neue, das Andersartige annimmt und auf sich wirken lässt. Das andere nicht deswegen ablehnt, weil es anders ist als das Gewohnte. Das ist nicht immer leicht, weil man unter Umständen durch das Andersartige in seinen Schwächen herausgefordert wird. Eine gute Messlatte, ob man etwas an sich heranlassen sollte, ist meines Erachtens die Basis des Glaubens. Nicht unbedingt die eigene theologische Prägung.

Wir haben so viel zu danken für das, was Gott getan hat. Weltweit. In den 24.000 evangelischen Denominationen. In katholischen und orthodoxen Kirchen. Und in der Gemeinde nebenan. Wenn es nicht der eigene Stil ist, dann macht das nichts.

Ich habe in der letzten Zeit einige Gemeinden besucht, unter anderem die „Rockende Braut“. Harte Gitarrensounds, schummrige Beleuchtung, man sitzt in alten Sofas im Kreis. Stil betont locker, und Predigt, die eher die eigenen Fragen in den Mittelpunkt gestellt hat und wo ich theologisch einige Einwände hätte erheben können. Habe mich wohl gefühlt, nicht unbedingt wegen des Stils, aber weil ich gesehen habe, dass Menschen Gott suchen. Elia Langenhagen: Ruhige Lieder mit akustischer Gitarre im Abendgottesdienst. Solide, theologisch durchreflektierte Predigt. Klar lutherische Prägung mit Lesung, Glaubensbekenntnis und Vater Unser. Habe mich wohlgefühlt, weil ich spüre, dass Menschen Gott suchen und im Gebet offen vor ihn kommen.

Diese verschiedenen Menschen und Gemeinden gehören alle zum einen Leib Christi. Sie werden in echte Einheit kommen.

Manchmal denkt man, dass Einheit bedeutet, dass die vorhandenen Puzzleteile zusammengesetzt werden. Aber: Nicht alle Puzzleteile sind heute schon da. Manche Elemente von Einheit wird Gott noch offenbaren. Einheit ist nicht nur etwas Statisches, sondern ein ständiger Prozess, den Gott in uns wirkt. Gott hat Einheit gegeben, aber er ist ständig dabei, sie zu bewirken und zu verbessern. (Wie Heiligung: Sie ist gegeben, aber wir sollen darin wachsen.) Ich weiß auch nicht, wie Einheit in allen Aspekten aussehen wird, aber ich weiß: Schon viele Teile sind da. Und die vorhandenen werden alle zusammengesetzt. Und neue Element werden noch dazukommen, auch Dinge, die wir derzeit nicht auf der Rechnung haben. Wird geschehen auf eine Art und Weise, die viel herrlicher ist als wir es uns vorstellen können.

Ich danke für andere Gemeinden. Für die Fülle der Gemeinden.

 

Markus Häßlein

Andacht anlässlich einer Sitzung der Ev. Allianz Hannover


 

 

 
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